Ein amerikanischer Traum in Brügge

Von der Taxifahrerin zur Hotelbesitzerin

Hotel Karel De Stoute, die drei Besitzerinnen
Hinten: Peggy Vyvey (46), vorne links: Ceres Bonny (22), vorne rechts: Abigail Bonny (24)

Man muss kein Tellerwäscher sein, um seinen Lebenstraum wahr werden zu lassen. Taxifahrer geht auch.

 

Zumindest gilt das für Peggy Vyvey. Vor noch nicht all zu langer Zeit fuhr sie Taxi. Jetzt begrüßt sie in ihrem eigenen Hotel Menschen aus aller Welt.

 

Ich war mit meiner Familie zu Gast bei Peggy Vyvey, einer Frau, die mich sehr beeindruckt hat.

Peggy ist ein aufgeschlossener und herzlicher Mensch. Kein Wunder, dass sie als Taxifahrerin den Kontakt mit Touristen mochte. Im Tourismusbereich war Peggy also schon damals genau richtig. Nur war nicht das Fahren eines Taxis Peggys großer Traum, sondern das Führen eines eigenen Hotels.

 

Nun, wer kennt sie nicht, die Träume, die doch bitte endlich wahr werden sollen. Viele dieser Träume bleiben Wunschvorstellungen - ein Leben lang. Aber manchmal, wenn wir besonders zielstrebig sind und wir es wirklich, wirklich ernst meinen, können Träume Realität werden. Und Peggy Vyvey war es wirklich, wirklich ernst.

 

Ein Hotel im Herzen Brügges stand zum Verkauf. Peggy Vyvey witterte ihre Chance. Sie fragte ihre beiden Töchter Abigail und Ceres, ob sie in das Hotelprojekt mit einsteigen wollen. Und ja, sie wollten. Der Deal war perfekt!

 

Nach vielen Restaurationsarbeiten und jeder Menge hineingesteckter Liebe konnten Peggy, Abigail und Ceres am 6. Mai 2015 ihr eigenes Hotel ('Karel de Stoute') eröffnen! Toutes mes félicitations!

Hotel Karel De Stoute

Als meine Familie und ich bei Peggy eincheckten, hatte ich noch nicht geplant, über das Hotel und seine Besitzerin zu schreiben. Erstens möchte ich immer nur von Hotels berichten, die ich selbst jeder Zeit wieder buchen würde. (Und das kann ich vorher noch nicht sagen). Und zweitens kam der Wunsch, euch von 'Karel de Stoute' zu berichten ganz von alleine. Es waren viele kleine Dinge, die ich besonders fand und die ich nun hier für euch zusammengefasst habe.

1. Die Gastfreundschaft und das stete Lächeln der drei 'Hoteldamen'

Peggy und ihre beiden Töchter hatten immer gute Laune - egal ob beim Aufräumen der Zimmer, beim Servieren des morgendlichen Kaffees oder beim Empfehlen, wohin wir Abends Essen gehen sollten. Es  war schön, von aufrichtig strahlenden Gesichtern umgeben zu sein.

Eine vierte 'Hoteldame' gibt es übrigens auch schon:  Abigail ist in diesem Jahr Mama geworden. :-)

Hotel Karel De Stoute, Besitzerinnen
Peggy, Abigail, Ceres

2. Die Liebe fürs Detail

Für die kleinen Dinge, die das große Ganze erst so richtig zum Strahlen bringen, haben Peggy, Abigail und Ceres das Auge und das Gespür. 

Hotel Karel De Stoute, Tischdeko

3. Das unglaublich leckere Frühstück

Brot, Kuchen, Croissant, Wurst, Käse, Honig, Marmeladen... Was soll sich sagen... So gut, so viel Auswahl und so schade, dass man irgendwann doch mal satt ist.

Jeden Morgen gibt es eine Ei-Variation, frisches Obst im Glas und frisch gepressten Orangensaft - ohne dass man es bestellen muss. Einfach himmlisch!

4. Das Hotel selbst

Herzog Philipp der Gute kaufte das Haus, das schon damals ein Hotel war, als Rückzugsort und ließ es durch einen Schreinermeister zu einem kleinen Palast umbauen. Als sein Sohn Herzog Karl der Kühne (Karel de Stoute) heiratete, schenkte Herzog Philipp das Haus seinem Sohn. Es blieb bis nach dem Tode Karls und dessen Tochter im herzoglichen Familienbesitz.

Die vornehme Ausstrahlung, die Peggy so gekonnt wiederbelebt hat, verleiht dem Hotel einen ganz eigenen, faszinierenden Charme.

Hotel Karel De Stoute, Zimmer

5. Die Weltkulturerbestadt Brügge

Definitiv und unwiderruflich gehört Brügge zu den Städten, die man in seinem Leben gesehen haben muss. Noch nie zuvor habe ich mir so sehr gewünscht, in die Vergangenheit reisen zu können, wie hier in Brügge. Brügge ist lebendige Geschichte und Brügge ist so schön und heimelig, dass ich oft nur sprachlos staunen konnte.

Brügge
Brügge

Gut zu wissen:

- Das Hotel 'Karel de Stoute' ist ein kleines, familiengeführtes Hotel mit 9 Zimmern.

- Maximal finden 4 Personen und 1 Baby in einem Zimmer Platz.

- Wer mit dem Auto anreist, kann bei Peggy einen Stellplatz in einer benachbarten Parkgarage reservieren.

- Im Hotel ist das WLAN kostenlos.

- Haustiere können mitgebracht werden.

- Die Badezimmer sind nachträglich in die Zimmer integriert worden. (Der Herzog kannte diesen Luxus ja noch nicht). Aus    

  diesem Grund sind die Badezimmer etwas klein, aber absolut ausreichend.

- Am besten kommuniziert man auf Englisch oder Französisch. (Wer kann und mag: natürlich auch auf Flämisch).

- Das Hotel liegt im historischen Teil Brügges. Die Sehenswürdigkeiten sind sehr gut zu Fuß zu erreichen.

- Belgien ist das Land der Schokolade, der Pralinen, der Pommes Frites, der Waffeln und des Bieres. Kulinarisch ist man also

  bestens versorgt.

Kontakt

Hotel Karel De Stoute
Moerstraat 23
8000 Brügge
Belgien

T +32 (0) 50 34 33 17
F +32 (0) 50 34 44 72

info@hotelkareldestoute.be

 

http://www.hotelkareldestoute.be/de-de/


Text und Fotos: Christine Lang

Liebe Grüße an: Peggy, Abigail und Ceres


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Kommentare: 4
  • #1

    Marion (Dienstag, 06 September 2016 11:10)

    Liebe Christine,
    Dein Bericht über die Fam. Vyvey ist wirklich toll. Da will man gleich nach Brügge fahren und natürlich nirgendwo anders übernachten als im Hotel Karel de Stute. Ich hab schon richtig Lust darauf... :-)

  • #2

    Mareike Schiemann (Dienstag, 06 September 2016 13:54)

    Wunderschöne, Hoffnung bringende Geschichte. Die Fotos laden dazu ein, das Hotel auch einmal zu besuchen und die netten Damen kennenzulernen.

  • #3

    Christine (Dienstag, 06 September 2016 19:57)

    Liebe Marion, ich bin mir sicher, dass es dir Brügge genau so gut gefallen würde wie mir. :-)

  • #4

    Christine (Dienstag, 06 September 2016 20:02)

    Liebe Mareike, ich finde auch, dass Peggys Geschichte Mut macht. Und sie beflügelt Träumen.


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